Calvados ist eine bernsteinfarbene Spirituose aus der Normandie. Der
Name des Getränks leitet sich von der Ursprungsregion Calvados ab.
Calvados dürfen sich nur die Cidrebrände aus der Normandie nennen, die
aus elf genau definierten Gebieten stammen.
Zur Herstellung von Calvados wird der frische Apfelmost in einigen
Wochen zu Cidre vergoren, der einen Alkoholgehalt von etwa 5 Vol% hat.
Vor der Destillation bleibt dieser Cidre dann allerdings, anders als
der zum Trinken gedachte, noch ein bis zwei Jahre länger im Fass.
Es folgt nun der zweistufige Destillationsprozess: der erste Brand hat
einen Alkoholgehalt von etwa 25 Vol% und wird auch "petite eau"
(kleines Wässerchen) genannt. Dieser wird nun für einige Zeit gelagert
und dann ein zweites Mal gebrannt. Nun wird die Spirituose noch zwei
bis sechs Jahre in Fässern, vorzugsweise aus Eiche und Kastanie,
gelagert, bevor er dann auf Trinkstärke verdünnt und in Flaschen
abgefüllt wird.
Je älter der Calvados ist, desto samtiger und aromatischer schmeckt er.
Die Farbe ist dann bernsteinfarben bis cognacbraun. Die
Altersbezeichnungen lauten: VO oder vieille réserve (4 Jahre), VSOP
(mehr als 5 Jahre) und Napoléon (mehr als 6 Jahre). Calvados ist ein
idealer Digestif.
Apfelbrände, die sich nicht Calvados nennen dürfen, heißen Eau-de-vie
de Pomme, Apple Brandy oder Applejack sowie Aquardiente di Sidre.
In Frankreich trinkt man auch gerne zwischen zwei Gängen bei einem
längeren Menü einen Calvados um "den Magen aufzuräumen". Dies
bezeichnet man als "(faire) le trou normand" (wörtlich: das
normannische Loch (machen)).