Der Madeirawein, oft auch nur kurz "Madeira" genannt, ist eine bekannte
Spezialität, die auch in der guten Küche genutzt wird. Mindestens
ebenso bekannt wie das Ausgangsprodukt ist die auf seiner Grundlage
zubereitete Madeirasauce. Hochqualitative Weine sind allerdings zu
schade zum Kochen, sie werden als Aperitif oder nach dem Essen genossen.
Nach der verwendeten Rebsorte werden folgende vier Arten unterschieden:
vom trockenen Sercial über Verdelho und Boal (Bual) zum süßen Malvasia
(Malmsey). Die Lese des Weins beginnt Mitte August und dauert rund
sechs Wochen. Abgefüllt werden pro Jahr etwa 5,3 Millionen Flaschen.
Die alkoholische Gärung wird zunächst mit hochprozentigem Alkohol
(Weinbrand) gestoppt, dadurch bleibt eine gewisse Restsüsse im Wein
erhalten. Anschliessend wird der Wein durch Erhitzung in sogenannten
Estufas weiterbehandelt und für mehrere Jahre im Fass gelagert. Im
Unterschied zum Sherry, der oft im Solera-Verfahren weiter veredelt
wird, bleibt der Wein eines Jahrgangs unangetastet. Als voroxydierter
Wein gewinnt er nicht durch die anschließende Flaschenlagerung, kann
aber gut und gerne 100 Jahre lagern, wenn der Kork alle 15 Jahre
erneuert wird. Auch eine geöffnete Flasche Madeira ist sehr haltbar und
kann noch nach einem Jahr ohne Qualitätsverlust getrunken werden. Der
Alkoholgehalt liegt zwischen 18 und 21 Vol. %.