Die Qualität eines Obstbrandes hängt wesentlich von der Qualität der
zur Herstellung verwendeten Früchte ab. Das Brennobst sollte die
optimale Genussreife erreicht haben, damit ein ausgeprägtes und
sortentypisches Aroma vorhanden ist. Je höher der Zuckergehalt, desto
grösser ist die Alkoholausbeute. Um Branntweinfehler zu vermeiden, muss
das Obst frei von Erde, Gras und Blättern sein. Unreife, faule,
verschimmelte und schlecht ausgebildete Früchte sind nicht geeignet.
Sie enthalten wenig Zucker und kaum gute Aromastoffe. Neben dem Einsatz
von Obst und der dazugehörigen Maische, werden außerdem Reinhefe,
Säuren und Enzyme eingesetzt.
Verwendete Früchte:
* Äpfel, zB.: Gravensteiner, sämtlich Renetten, Brettacher, Cox Orange
* Birnen, zB.:Weinbirne, Mostbirne, Gelbmöstler, Flaschenbirne
* Kirschen
* Zwetschgen
* Mirabellen
Verfahren und Abläufe der Produktion Ab September bis
in die Wintermonate, je nach Obstsorte und Klimabedingungen wird das
Obst geerntet. Äpfel und Birnen werden aufgesammelt und anschliessend
gesäubert, um Fehlgärungen und Aromaverluste zu vermeiden. Durch eine
Obstmühle wird das Obst in Maische umgewandelt. Hierbei werden Teile
der Zellen aufgespalten, Zucker wird für die Gärung frei. Die Maische
wird durch Zugabe von Enzymen verflüssigt. Außerdem wird Säure
hinzugefügt, um die Maische vor dem mikrobiologischen Verderb zu
bewahren. In der Brennmaische befinden sich neben den erwünschten Hefen
auch einige nicht erwünschte. Damit sich diese bei der Gärung nicht
durchsetzen, gibt man der Maische Reinhefe hinzu. Die eigentliche
Gärung erfolgt in sterilen, geschlossenen Gärbehältern bei etwa 20 °C.
Dies geschieht durch die in der Hefe enthaltenen Enzyme unter
Luftausschluss. Um eine Essigsäuregärung zu vermeiden und um die
Fruchtaromen zu erhalten, müssen anaerobe Bedingungen vorhanden sein
(das heisst Sauerstoff ausgeschlossen werden) und die Temperatur
konstant gehalten werden. Je nach Obstart dauert eine Gärung 2-3
Wochen. Bei der Destillation gewinnt man den in der Maische
entstandenen Ethanol sowie Geschmacks- und Aromaträger.